Glutenfreie Lebensmittel  finden und genießen

Wer unter einer Glutenintoleranz leidet (etwa 1 % der Bevölkerung), hat es nicht immer leicht bei der Lebensmittelwahl. Die Möglichkeiten, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, sind allerdings heute besser als je zuvor. Glutenfreie Lebensmittel erhalten Sie nicht nur im Internet, sondern inzwischen auch in jedem Supermarkt.

Und auch immer mehr

  • Restaurant,
  • Hotels,
  • Cafés oder
  • Eisdielen

bieten Betroffenen Alternativen.

Wir informieren Sie auf glutenfreie-lebensmittel.org umfassend über glutenfreie Lebensmittel. Welche Produkte enthalten kein Gluten? Wo finde ich in meiner Region Anbieter, bei denen ich sorglos einkaufen oder speisen kann? Wir sagen es Ihnen! Sie werden überrascht sein, welche Supermärkte, aber auch Fast-Food-Ketten inzwischen glutenfreie Waren anbieten und was Sie alles essen dürfen.

Was genau ist eine Glutenintoleranz

Bei einer Glutenintoleranz handelt es sich um eine Unverträglichkeitsreaktion auf das Klebereiweiß Gluten, das sich heute in einer Vielzahl von Lebensmitteln findet. Das Beschwerdebild ist umfassend und noch nicht abschließend geklärt. Symptome wie

  • Verdauungsbeschwerden,
  • Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • Migräne,
  • Depressionen,
  • Erschöpfung,
  • ADHS

und viele weitere unspezifische Beschwerden können auf einen Glutenintoleranz hindeuten. Die Unverträglichkeit steht inzwischen sogar im Verdacht, Autismus-Symptome bei Kindern zu begünstigen.

Die Störung wird oft synonym mit der Autoimmunerkrankung Zöliakie genannt, was allerdings nicht ganz richtig ist. Zöliakie (auch Sprue genannt) ist eine genetisch bedingte Glutenunverträglichkeit, die eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut verursacht. Im Gegensatz zur reinen Glutenintoleranz zeigt die Zöliakie klar abgegrenzte Symptome.

  • Bauchschmerzen,
  • Blähungen,
  • Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Gewichtsabnahme und
  • Mangelerscheinigungen

sind typische Verdauungsbeschwerden, die bei der nicht heilbaren Krankheit auftreten. Allerdings müssen sich Zöliakie-Kranke an die gleiche, strikte Diät halten, wie Menschen mit Glutenintoleranz.

Glutenfrei = keine Getreideprodukte?

Viele Menschen mit Glutenintoleranz gehen davon aus, grundsätzlich auf Getreideprodukte zu verzichten, reicht aus, um Beschwerden zu vermeiden. Das stimmt allerdings nicht. Fast alle Lebensmittel können Gluten enthalten, da der Stoff gerade aufgrund seiner Klebeeigenschaften in der industriellen Lebensmittelproduktion verwendet wird. Sie müssen daher grundsätzlich auf die Inhaltsstoffe eines Produktes achten, besonders bei Fertiggerichten.

Glutenfreie Backwaren

Auf Getreideprodukte müssen Sie hingegen nicht vollkommen verzichten. Denn viele Getreidearten wie

  • Amaranth,
  • Buchweizen,
  • Hirse,
  • Kartoffeln,
  • Kichererbsen,
  • Mais,
  • Qinoa,
  • Reis,
  • Soja,
  • Sorghum,
  • Tapioka,
  • Teff oder
  • Zuckerrübenkleie

enthalten kein Gluten.  Auch

  • Guarkernmehl,
  • Johannisbrotkernmehl und
  • Traubenkernmehl

sind bei Glutenintoleranz geeignet.

Sie werden im Handel zahlreiche Back- und Teigwaren finden, die Sie ohne Probleme essen können. Und die schmecken! Denn glutenfreie Produkte sind geschmacklich von „normalen“ Lebensmitteln nicht zu unterscheiden.

Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel in der EU

Seit 2005 besteht in der EU die Kennzeichnungspflicht für Allergien oder Unverträglichkeiten auslösende Inhaltsstoffe. Sie werden in der Zutatenliste eines Produktes immer Angaben darüber finden, ob glutenhaltige Getreidesorten wie

  • Dinkel,
  • Einkorn,
  • Emmer,
  • Gerste,
  • Grünkern,
  • Hafer,
  • Kamut,
  • Roggen,
  • Triticale oder
  • Weizen

enthalten sind.

Zudem muss darauf hingewiesen werden, ob „Spuren von Gluten“ enthalten sein können. Dieser Hinweis ist allerdings eher eine Vorsichtsmaßnahme der Hersteller, um eine eventuelle Kontamination mit Gluten abzusichern. Ist das Produkt von den Zutaten her grundsätzlich glutenfrei, können Sie davon ausgehen, dass es trotz der Warnung (häufig direkt unter der Zutatenliste zu finden) verträglich ist. Sie sollten aber je nach Schweregrad der Intoleranz entscheiden, ob Sie dieses Produkt kaufen oder nicht.

Bei offenen Waren oder Produkten, die in sehr kleinen Mengen abgepackt sind, besteht aktuell keine Kennzeichnungspflicht. Dem Händler liegen allerdings detaillierte Listen der Inhaltsstoffe vor. Scheuen Sie sich daher nicht, direkt nachzufragen.

Kennzeichnung für glutenfreie Lebensmittel

Die freiwillige Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem Siegel „glutenfrei“, die heute häufig auf Produkten zu finden ist, unterliegt strengen Vorgaben der Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG). Produkte, die dieses Symbol, eine durchgestrichene Getreideähre, tragen,  dürfen nicht mehr als 20 mg Gluten pro kg enthalten.

Der Verweis „sehr geringer Glutengehalt“ weist Lebensmittel aus, dessen Glutengehalt unter 100 mg pro kg liegt.

Glutenfrei einkaufen heute überall möglich

Um glutenfrei einzukaufen müssen Sie heute nicht mehr zwangsläufig den Biomarkt aufsuchen. In jedem gut sortierten Supermarkt finden Sie gekennzeichnete Produkte, die für Sie geeignet sind. Und auch geschmacklich müssen Sie auf nichts verzichten.  Somit ist es wesentlich leichter, glutenfrei zu leben, als Patienten bei der Diagnose „Glutenintoleranz“ vermuten. Wir möchten Ihnen dabei helfen und hoffen, dass Sie durch eine glutenfreie Ernährung schnell und dauerhaft beschwerdefrei werden und bleiben!